Schandenfibel 2013/#04

Dornbirn ist immer eine Reise wert, eine Abreise. Da es bis dahin aber erstmal noch dauert gehen wir wandern, stechen Dosen, rauchen Crack und umarmen den Mammutbaum am Rappenloch, wie man das eben so macht als normaler Tourist. Danach versuchen wir noch erfolglos auf das Gelände der ortsansässigen „Mohrenbrauerei“ (!!!) zu gelangen und 179 Jahre Rassismus in wenigen Sekunden zumindest teilweise zu beenden. Irgendwie haben wir aber die riesigen Styropor Ö-Punkte verschmissen, daher muss nun eine einfache Bierflasche, die man mit ein wenig Farbe wirklich wunderbar umgestalten kann, als Anschauungsobjekt für unsere Petition heralten.
Ansonsten ist es ein schöner Tag, wir kumpeln mit den FM4 Leuten, entdecken gemeinsame Interessen (WWF und WCW) und spielen ein tolles Konzert. Es ist immer schön hier, denn die meisten Leute im Publikum mögen Deutschland genauso wenig wie wir, einige feiern dafür aber Österreich, das ist sehr spooky. Wir machen uns noch ausgiebig über Jörg Haider, HC Strache, die österreichische Armee, Fußball und diese anderen komischen Vögel lustig, bleibt uns ja auch nichts anderes übrig bei so viel Nationaldiaröh. Aus unerklärlichen Gründen wird ein Glas nach Martin geworfen, allerdings nicht gerade zielsicher. Ist das eine erste Kritik an der Kommerzialisierung von Antime? Warscheinlich. Trotz des kleinen unschönen Zwischenfalles geht es fesch und pfundig weiter. Nach dem Konzert brechen wir beseelt von all dem Glanz und Gloria in eine Kirche ein um zu beten. Wenn wir vor dem schlafen gehen nicht beten können, können wir nicht schlafen, daher müssen wir beten. Beten um jeden Preis. Gott verzeiht unsere Sünden, sofort. Wir haben Möhrenbräu getrunken. Oh Gott! Bitte! Bitte verzeih!

Amen.