Archiv für September 2015

Schandenfibel 2015/#17

Als wir im About Blank ankommen steht dort eine käsiger dürrer Junge und hilft uns beim einparken. Er ist sehr freundlich und zuvorkommend.
Das sind wir so nicht gewohnt und sind hell auf begeistert. Im Garten sind dann Friedel, Phillip und Hanno „Die Katze“ Stick (unser Ersatzmoritz) am Sound checken. Florian der nice Bandbetreuer hat alles fabelhaft für uns vorbereitet, sodass wir erstmal nichts anderes machen müssen als Essen und klarkommen. Wir haben auch unsere Plattenverträge in einer kleinen schwarzen Mappe dabei. Diese werden wir später noch vor lauter Druffheit verlieren bzw. vergessen. Das ist aber nicht so schlimm, denn es gibt ja zum Glück Lars Lewerenz und Lars Lewerenz hat einen Drucker. Das Konzert wird toll und ist in der Top 10 aller aller aller Konzerte. Onkel Steppes ist auch da, wirft einiges ein und redet mit allem. Er ist total verrückt nach Berlin, erlebt hier jedes Mal einen neuen Frühling und verliebt sich alle paar Minuten. Da soll mal einer sagen alt werden sei Scheisse! Onkel Steppes ist ja wohl mal der komplette Gegenbeweis. Die Platte chartet auf Platz 11. Wir wollten 10 und bekamen 11. Passt.
Wir sind Eleven, Oceanseleven. #oceanseleven

Schandenfibel 2015/#16

Das Album kommt raus (juhu)! Wir fahren nun paar Tage durch Deutschelaahand und machen schön „Radioreise“ wie uns das von allen Beteiligten verkauft worden ist. In Realität heisst das, dass wir in einem kleinen Auto von Nina durch die Gegend gefahren werden und aus dem Fenster kucken. Ab und zu halten wir an und geben Interviews bei denen wir so tun als wären wir gut drauf. Sind wir auch. Wir sind immer gut drauf. Juhu. Die Moderator/innen sind sehr nett und sie verzeihen uns fast alles, denn wir sind nicht Xavas. Sie fragen uns was wir für Flüchtlinge tun, wir sagen zu wenig und haben recht.
Nina ist super, sie ist tätowiert und kuckt böse. Über unsere Witze lacht sie. Jakobs Musik findet sie doof. Strizi hat Geburtstag, er wird gefühlte 34 Jahre alt. Krass. Wir kaufen ihm Brötchen, Kaba und einen Luftballon. Leberkaas ist überall. Leberkaas ist unendlich.

Schandenfibel 2015/#15

Wir sind in München. Luigi (siehe Bild unten) ist auch dabei. Es ist sein Abschiedswochenende, denn er will nicht mehr der Rumäne sein und auch fahren und merchen gibt ihm nichts mehr. Er studiert jetzt und wird irgendwann Vater werden wollen. Das finden wir generell gut. Er ballert aber noch mal krass rum (Mischkonsum) und tanzt auch das ganze Wochenende mit auf der Bühne. Luigi! Wir vermissen und küssen deine Aura, die uns für immer umgibt.
Abends zockern wir dann das Konzert das wir vorgestern mit Puls Radio verlost haben. Knallt. Die Süddeutsche Zeitung bekommt davon Wind und mag das wir uns positionieren. Leider gefällt ihr unser Song über einen ersten Darkroom Besuch im Hain nicht, denn er erinnert sie an Silbermond. Wahrscheinlich sogar an diesen Silbermond Song übers Bauchkacken. Shit happens. Ansonsten ein sehr schönes Konzert. Am Ende umarmen wir alle die wollen. Alle wollen.

Schandenfibel 2015/#14

Als wir das Chiemsee Summer erreichen ist es richtig heiss. Wir hängen uns daher erstmal in den Bergbach und danach dann noch mal. Puls Radio verlosen Tickets für unser Geheimkonzert in München und fragen uns was, wir antworten was. Normal. Uns hängt der Tag von gestern noch nach, also gestern Abend sogar eher. Mischkonsum ist echt nichts für zarte Knäbelein wie uns. Ausserdem war im Nightliner wie immer die Klimaanlage kaputt. Es geht nur kalt und richtig laut oder heiss und laut. Der Fahrer entscheidet sich für ersteres. Hajajai!
Wir freuen uns aber auf Abends, denn unsere Mütter und Flame haben sich angekündigt. Sie halten das auch. Strizis Mama ist in der zweiten Reihe. Stabil. Nach dem Wall of Love wird sie von den Securitys rausgehoben. Stabil. Flame hat einen Moment wie damals 2012 als Pandabär und trifft Ferris MC neben der Bühne und umarmt ihn mehrfach. Denn Ferris ist der Held seiner Jugend. Danach sucht er dann noch Samy Deluxe, den findet er zum Glück aber nicht.
Abends tanzen die Mütter zu Parov Stella wie 14 Jährige und verstehen sich sehr gut untereinander. Es gibt keinerlei Konkurrenz wie bei so Fußballer-Müttern. Nein unsere Mütter sind normale Mütter. Sie geben uns auch Tips. Zum Beispiel, das man sich selbst treu bleiben soll und das man eigentlich einen Scheiss darauf zu geben hat, was die anderen einem sagen. Dann sagen sie uns aber noch, dass wir nächstes mal unbedingt auch später spielen müssen und auch so Licht anmachen sollen wie die anderen.
Danach ab in Bus. Küsschen für alle!

An dieser Stelle mal wieder 1000 Dank an unsere Mütter, dass sie uns geboren haben! Ihr seid die alla-alla Besten!
Es tut uns leid, dass wir früher die ganze Zeit nur gekifft haben. Wallah!

Schandenfibel 2015/#13

So alle einsteigen, es geht los. Because wir fahren nach Österreich und auch nach Bayern. Irgendwie waren die beide mal eins, sind es irgendwie auch jetzt noch. Wir kennen Bayern sehr gut, denn da kommen wir her und in Österreich waren wir auch paar mal. Als wir aufwachen sind wir schon in Wien bei fm4 im Studio und schimpfen über den neuen uncoolen Jörg Haider: Hein Christian Strache aka Bumsti. Jörg Haider war wenigstens noch schwul, Hein Christian Strache hingegen ist einfach nur Hein Christian Strache. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist ihm aber nicht bewusst. Er denkt, er wäre Österreich. Das wiederum ist tragisch.
Danach dann direkt in den Bus geswingt und weiter zum Frequency Festival. Dort geben wir ausnahmsweise auch einige unserer raren Interviews, viele sind teilweise überraschend gut recherchiert. Bussi. Konzert wird nice, es ist auch Releasetag. Ein paar Kommunarden von früher kommen ran und frönen mit uns dem Mischkonsum bis wir The Prodigy mit einer blonden Frau verwechseln. Der Nightliner wird ausgeparkt. Linkin Park wollen nebeneinander parken. Dürfen sie.

Schandenfibel 2015/#12

Wir bespringen den blauen Sprinter und kratzen rauf nach Hamburg. Es wird ein toller Hamburger Abend werden im Molotow. Leider spielen wir drin, denn es regnet nicht, sieht aber die ganze Zeit danach aus. Morgens gehen wir eh in den Pudel wie immer und besuchen Rüftata100. Den kennen wir schon lange, den mögen wir sehr. Joney spielt Bassmusik und Lewe und Luigi tanzen dazu wie junge Hamburger mit anderen jungen Hamburgern. Monchie und sein berühmter Bruder sind auch da, genau wie Finna und dieser eine da von früher. Der mit der krassen Stimme. Wir versuchen weniger zu nehmen als sonst. Leider fällt uns das sehr schwer. Wir dürfen aber am nächsten Tag zu DJ Mad in die Sendung und reissen uns einigermassen zusammen. Auch weil Velten da ist, der hat das ganze eingetüted und da will man sich natürlich mindestens von der allerbesten Seite zeigen.
Unsere Freunde sind am Wasser, wir sind das auch. Fuchs signiert uns eine Fünf Pfund Note, Tjorre schneidet sich die Hand auf als er fast in die Elbe fällt, Gina umarmt alle von hinten und Yarak quakt wie eine Ente. Es ist schön in Hamburg zu sein. Hamburg unsere Perle.
Obacht! Hamburger Girls sind stets crazy, gut gekleidet und nicht immer lesbisch.

Schandenfibel 2015/#11

Das Proben läuft immer ganz gut eigentlich. Wenn wir uns mal geeinigt haben welche Songs wir proben, läuft es ganz gut eigentlich. Hauptsache es gibt Kawwe, Kaffäh oder Kaffe (je nachdem woher man kommt) und alle sind pünktlich da oder zu spät. Phil und Martin kommen meistens zusammen, denn sie wohnen zusammen. Ausser Phil kommt alleine, dann hat Martin verschlafen weil er im Hain war. Jakob kommt immer mit seinem blauen Auto. Sein silbernes Rad benutzt er selten, denn es ist zu schön. Das Auto hingegen ist furchtbar hässlich und darf bewegt werden. Moped kommt immer mit dem Moped. Strizi kommt immer zu spät.

Schandenfibel 2015/#10

Als wir das Highfield erreichen sind wir schon total high. Feine Sahne spielen auch gleich und die wollen wir kucken. Phillip will auch unbedingt Monchi kennenlernen. Wird er. Erstmal schwimmen im See, Feine Sahne kucken und selber spielen. Es ist rischdie warm und wird rischdie jeil. Leider kennen nur noch wenige der jungen Leute unsere Texte. Wir waren ja jetzt auch drei Jahre komplett weg und mussten die teilweise sogar selber erst wieder lernen. Manche Texte lernen wir sogar nie, deshalb können wir die Songs (z.B. Schandenschmuck & Katzengold) nicht spielen. Peinlich. Megapeinlich.
Nach dem Konzert hören wir schon laute Gesänge aus dem Backstage Bereich: „Wisst ihr wo ich wohne? Ich wohne in der Zone!“ Erst denken wir das wäre nicht Marteria, aber es sind dann doch die beiden Dicken von Feine Sahne Fischfilet (Oleg und Monchie). Nach paar Schnäpsen sagt Martin ja immer Seine Fahne. Auf jeden Fall passiert es, Phil lernt endlich Monchie kennen. Die beiden verlieben sich auch gleich ineinander rein und trinken dann Schnaps auseinander raus. Sie übernachten wohl (überliefertermaßen) zu zweit im Backstage auf dem Boden. Vorher klaut Phil aber noch das Rad des Veranstalters, bzw. leiht er es ohne dessen Wissen, beisst einen Rapper in den Arm und küsst mit dem Blonden von Bilderbuch. Nice.

Schandenfibel 2015/#06

Wir fahren nach Bayern mit Artur und Aron und drehen ein EPK*. Bestimmt wird das eh nicht bis zum Release fertig, aber wir machen ja eh immer alles anders, daher passt das schon. Eh. Aron ist Veganer. Natürlich zeigen wir ihm deshalb eine richtige bayerische Metzgerei mit Stehimbiss und allem was dazu gehört. Er ist zum ersten mal in seinem Leben in einer Metzgerei und auch für die Metzgereifachverkäufermilf ist es der erste Veganer den sie in ihrem Leben zu Gesicht bekommt. Sie denkt aber Aron sei Vegetarier, daher gibt sie ihm Nudeln mit einer roten Soße. Ob da Fleischbrühe drin ist will sie uns aber nicht verraten. Aron scheckt’s aber und das ist die Hauptsache.
Wir haben ja ein riesen Image-Problem, da viele Bayern sauer auf uns sind, weil wir „nie wieder Landshut“ singen und diese die Zeile fast wie einen Schlag ins Gesicht war genommen haben. Daher versuchen wir alles wieder glatt zu bügeln indem wir uns in Landshut sehen lassen. Wir fahren in Jakobs blauem Auto durch die Stadt und singen laut „Landshut? Ja bitte!“ zu dem Beat von ‚Stürzende Helden‘. Wir fahren vorne beim Beatschuppen rein, halten bei der Polizei in der Neustadt und fahren dann übers Heilggeiststüberl Richtung Mühleninsel davon. Hach Bayern ist immer einen Urli** wert. Brezn, Fleisch und Bier treiben uns immer wieder zurück. Zurück ins Glück.

*Ein EPK (Electronic Press Kit) ist eine Pressemappe in elektronischer Form – in Abgrenzung zur gedruckten Pressemappe – und kann sich auf einer CD, DVD oder Website befinden. Es richtet sich an Journalisten elektronischer Medien wie Radio, Fernsehen und Internet. Wir machen das sogenannte EPK aber für unsere Fans und für uns selbst für später, wenn wir alt und dumm sind.

**Urlaub

Schandenfibel 2015/#09

Mit 65 minütiger Verspätung kommt ein anderer ICE an und ersetzt unseren, der bis dahin fünf Minuten Verspätung hatte. Die Deutsche Bahn müsste man echt erfinden, wenn es sie nicht schon gäbe. Wie einen Drachen und einen weiteren Drachen. Nur größer und blau. Blau wie Jakobs Auto. Wir steigen dankbar ein. Weil laufen ist keine Option und Jakobs Auto ist fern.
In diesem Auto haben wir auch mal einen Introredakteur mit in unsere Lieblingskneipe „Hexe“ genommen. Er behauptete daraufhin Jakob wäre bei der Fahrt blau gewesen. Was aber nicht stimmt. Jedenfalls hatte dieser mittlerweile Ex-Introredakteur damals die goldene Schallplatte eines bekannten Deutschrappers/Chartrappers dabei und hat diese in der Hexe vergessen. Da stand sie dann auch ne Weile. Wenn man Gold geht und die Intro gutes über einen schrub darf man denen eine Goldene Schallplatte schenken. #funfact