Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Schandenfibel 2015/#22

Der dicke Mann hat recht. Wir sind in Köln. Es ist ihm zu hell, er schimpft. Er will mit dem Auto vorbei und schreit uns an. Wir schlagen ihn zusammen und legen ihn ganz sachte in den Kofferaum seines Q5. Denn unser Franklin parkt den Bus ein wie eine 1. Eine hieroglyphische 1. Franklin ist ein Dinosaurier und immer unterwegs. Er hat damals, als er mit dem Biz anfing, schon die Bates herumgefahren. Die kennt heute keiner mehr. Früher waren die mal in der Bravo. Irgendwann wird es uns genauso gehen. Nur das wir nie in der Bravo waren. Dann leben wir in den Schweizer Bergen und machen Käse aus Kräutern und Milch aus Sprossen. Oder wir brauen Bier im Tessin. Irgendwas werden wir tun. Wir sind gespannt.
Das Konzert in Köln wird unglaublich schön, wir wachsen über uns selbst hinaus und noch weiter zusammen. Moritz drummt like a machine und fällt fast vom Stuhl. Philipp Dübell springt so krass herum, dass er Money Mark ähnliche Züge annimmt. Hey das geht ab! Wir ballern die ganze Nacht! Die ganze…

PS: Zwei Betrunkene fragen Franklin ob sie ihm beim ausparken helfen dürfen. Er bittet sie sich zwischen Bus und Anhänger zu stellen.

Schandenfibel 2015/#21

Die Tour ging ja mal gut los. Wir haben gleich am ersten Abend bemerkt das wir einen Tag zu früh dran sind und Wolfsburg daher verfrüht erreicht haben. Daher bauen wir alles halb so schnell auf und gähnen die ganze Zeit. Wir haben ein neues Lichtkonzept und unser Lichtmensch Malte ist daher hocherfreut und hat mehrere Tage nicht geschlafen. Zur Beruhigung joggt er mehrmals am Tag, teilweise sogar stundenlang, dann macht er kurz Pause und danach dann wieder weiter. Es ist sweggi wieder unterwegs zu sein. Man merkt richtig was einem gefehlt hat die letzten 15 Jahre. Die Stimmung steigt! Nie nie wieder Studio!

Schandenfibel 2015/#17

Als wir im About Blank ankommen steht dort eine käsiger dürrer Junge und hilft uns beim einparken. Er ist sehr freundlich und zuvorkommend.
Das sind wir so nicht gewohnt und sind hell auf begeistert. Im Garten sind dann Friedel, Phillip und Hanno „Die Katze“ Stick (unser Ersatzmoritz) am Sound checken. Florian der nice Bandbetreuer hat alles fabelhaft für uns vorbereitet, sodass wir erstmal nichts anderes machen müssen als Essen und klarkommen. Wir haben auch unsere Plattenverträge in einer kleinen schwarzen Mappe dabei. Diese werden wir später noch vor lauter Druffheit verlieren bzw. vergessen. Das ist aber nicht so schlimm, denn es gibt ja zum Glück Lars Lewerenz und Lars Lewerenz hat einen Drucker. Das Konzert wird toll und ist in der Top 10 aller aller aller Konzerte. Onkel Steppes ist auch da, wirft einiges ein und redet mit allem. Er ist total verrückt nach Berlin, erlebt hier jedes Mal einen neuen Frühling und verliebt sich alle paar Minuten. Da soll mal einer sagen alt werden sei Scheisse! Onkel Steppes ist ja wohl mal der komplette Gegenbeweis. Die Platte chartet auf Platz 11. Wir wollten 10 und bekamen 11. Passt.
Wir sind Eleven, Oceanseleven. #oceanseleven

Schandenfibel 2015/#16

Das Album kommt raus (juhu)! Wir fahren nun paar Tage durch Deutschelaahand und machen schön „Radioreise“ wie uns das von allen Beteiligten verkauft worden ist. In Realität heisst das, dass wir in einem kleinen Auto von Nina durch die Gegend gefahren werden und aus dem Fenster kucken. Ab und zu halten wir an und geben Interviews bei denen wir so tun als wären wir gut drauf. Sind wir auch. Wir sind immer gut drauf. Juhu. Die Moderator/innen sind sehr nett und sie verzeihen uns fast alles, denn wir sind nicht Xavas. Sie fragen uns was wir für Flüchtlinge tun, wir sagen zu wenig und haben recht.
Nina ist super, sie ist tätowiert und kuckt böse. Über unsere Witze lacht sie. Jakobs Musik findet sie doof. Strizi hat Geburtstag, er wird gefühlte 34 Jahre alt. Krass. Wir kaufen ihm Brötchen, Kaba und einen Luftballon. Leberkaas ist überall. Leberkaas ist unendlich.

Schandenfibel 2015/#15

Wir sind in München. Luigi (siehe Bild unten) ist auch dabei. Es ist sein Abschiedswochenende, denn er will nicht mehr der Rumäne sein und auch fahren und merchen gibt ihm nichts mehr. Er studiert jetzt und wird irgendwann Vater werden wollen. Das finden wir generell gut. Er ballert aber noch mal krass rum (Mischkonsum) und tanzt auch das ganze Wochenende mit auf der Bühne. Luigi! Wir vermissen und küssen deine Aura, die uns für immer umgibt.
Abends zockern wir dann das Konzert das wir vorgestern mit Puls Radio verlost haben. Knallt. Die Süddeutsche Zeitung bekommt davon Wind und mag das wir uns positionieren. Leider gefällt ihr unser Song über einen ersten Darkroom Besuch im Hain nicht, denn er erinnert sie an Silbermond. Wahrscheinlich sogar an diesen Silbermond Song übers Bauchkacken. Shit happens. Ansonsten ein sehr schönes Konzert. Am Ende umarmen wir alle die wollen. Alle wollen.

Schandenfibel 2015/#14

Als wir das Chiemsee Summer erreichen ist es richtig heiss. Wir hängen uns daher erstmal in den Bergbach und danach dann noch mal. Puls Radio verlosen Tickets für unser Geheimkonzert in München und fragen uns was, wir antworten was. Normal. Uns hängt der Tag von gestern noch nach, also gestern Abend sogar eher. Mischkonsum ist echt nichts für zarte Knäbelein wie uns. Ausserdem war im Nightliner wie immer die Klimaanlage kaputt. Es geht nur kalt und richtig laut oder heiss und laut. Der Fahrer entscheidet sich für ersteres. Hajajai!
Wir freuen uns aber auf Abends, denn unsere Mütter und Flame haben sich angekündigt. Sie halten das auch. Strizis Mama ist in der zweiten Reihe. Stabil. Nach dem Wall of Love wird sie von den Securitys rausgehoben. Stabil. Flame hat einen Moment wie damals 2012 als Pandabär und trifft Ferris MC neben der Bühne und umarmt ihn mehrfach. Denn Ferris ist der Held seiner Jugend. Danach sucht er dann noch Samy Deluxe, den findet er zum Glück aber nicht.
Abends tanzen die Mütter zu Parov Stella wie 14 Jährige und verstehen sich sehr gut untereinander. Es gibt keinerlei Konkurrenz wie bei so Fußballer-Müttern. Nein unsere Mütter sind normale Mütter. Sie geben uns auch Tips. Zum Beispiel, das man sich selbst treu bleiben soll und das man eigentlich einen Scheiss darauf zu geben hat, was die anderen einem sagen. Dann sagen sie uns aber noch, dass wir nächstes mal unbedingt auch später spielen müssen und auch so Licht anmachen sollen wie die anderen.
Danach ab in Bus. Küsschen für alle!

An dieser Stelle mal wieder 1000 Dank an unsere Mütter, dass sie uns geboren haben! Ihr seid die alla-alla Besten!
Es tut uns leid, dass wir früher die ganze Zeit nur gekifft haben. Wallah!

Schandenfibel 2015/#13

So alle einsteigen, es geht los. Because wir fahren nach Österreich und auch nach Bayern. Irgendwie waren die beide mal eins, sind es irgendwie auch jetzt noch. Wir kennen Bayern sehr gut, denn da kommen wir her und in Österreich waren wir auch paar mal. Als wir aufwachen sind wir schon in Wien bei fm4 im Studio und schimpfen über den neuen uncoolen Jörg Haider: Hein Christian Strache aka Bumsti. Jörg Haider war wenigstens noch schwul, Hein Christian Strache hingegen ist einfach nur Hein Christian Strache. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist ihm aber nicht bewusst. Er denkt, er wäre Österreich. Das wiederum ist tragisch.
Danach dann direkt in den Bus geswingt und weiter zum Frequency Festival. Dort geben wir ausnahmsweise auch einige unserer raren Interviews, viele sind teilweise überraschend gut recherchiert. Bussi. Konzert wird nice, es ist auch Releasetag. Ein paar Kommunarden von früher kommen ran und frönen mit uns dem Mischkonsum bis wir The Prodigy mit einer blonden Frau verwechseln. Der Nightliner wird ausgeparkt. Linkin Park wollen nebeneinander parken. Dürfen sie.

Schandenfibel 2015/#12

Wir bespringen den blauen Sprinter und kratzen rauf nach Hamburg. Es wird ein toller Hamburger Abend werden im Molotow. Leider spielen wir drin, denn es regnet nicht, sieht aber die ganze Zeit danach aus. Morgens gehen wir eh in den Pudel wie immer und besuchen Rüftata100. Den kennen wir schon lange, den mögen wir sehr. Joney spielt Bassmusik und Lewe und Luigi tanzen dazu wie junge Hamburger mit anderen jungen Hamburgern. Monchie und sein berühmter Bruder sind auch da, genau wie Finna und dieser eine da von früher. Der mit der krassen Stimme. Wir versuchen weniger zu nehmen als sonst. Leider fällt uns das sehr schwer. Wir dürfen aber am nächsten Tag zu DJ Mad in die Sendung und reissen uns einigermassen zusammen. Auch weil Velten da ist, der hat das ganze eingetüted und da will man sich natürlich mindestens von der allerbesten Seite zeigen.
Unsere Freunde sind am Wasser, wir sind das auch. Fuchs signiert uns eine Fünf Pfund Note, Tjorre schneidet sich die Hand auf als er fast in die Elbe fällt, Gina umarmt alle von hinten und Yarak quakt wie eine Ente. Es ist schön in Hamburg zu sein. Hamburg unsere Perle.
Obacht! Hamburger Girls sind stets crazy, gut gekleidet und nicht immer lesbisch.

Schandenfibel 2015/#11

Das Proben läuft immer ganz gut eigentlich. Wenn wir uns mal geeinigt haben welche Songs wir proben, läuft es ganz gut eigentlich. Hauptsache es gibt Kawwe, Kaffäh oder Kaffe (je nachdem woher man kommt) und alle sind pünktlich da oder zu spät. Phil und Martin kommen meistens zusammen, denn sie wohnen zusammen. Ausser Phil kommt alleine, dann hat Martin verschlafen weil er im Hain war. Jakob kommt immer mit seinem blauen Auto. Sein silbernes Rad benutzt er selten, denn es ist zu schön. Das Auto hingegen ist furchtbar hässlich und darf bewegt werden. Moped kommt immer mit dem Moped. Strizi kommt immer zu spät.

Schandenfibel 2015/#10

Als wir das Highfield erreichen sind wir schon total high. Feine Sahne spielen auch gleich und die wollen wir kucken. Phillip will auch unbedingt Monchi kennenlernen. Wird er. Erstmal schwimmen im See, Feine Sahne kucken und selber spielen. Es ist rischdie warm und wird rischdie jeil. Leider kennen nur noch wenige der jungen Leute unsere Texte. Wir waren ja jetzt auch drei Jahre komplett weg und mussten die teilweise sogar selber erst wieder lernen. Manche Texte lernen wir sogar nie, deshalb können wir die Songs (z.B. Schandenschmuck & Katzengold) nicht spielen. Peinlich. Megapeinlich.
Nach dem Konzert hören wir schon laute Gesänge aus dem Backstage Bereich: „Wisst ihr wo ich wohne? Ich wohne in der Zone!“ Erst denken wir das wäre nicht Marteria, aber es sind dann doch die beiden Dicken von Feine Sahne Fischfilet (Oleg und Monchie). Nach paar Schnäpsen sagt Martin ja immer Seine Fahne. Auf jeden Fall passiert es, Phil lernt endlich Monchie kennen. Die beiden verlieben sich auch gleich ineinander rein und trinken dann Schnaps auseinander raus. Sie übernachten wohl (überliefertermaßen) zu zweit im Backstage auf dem Boden. Vorher klaut Phil aber noch das Rad des Veranstalters, bzw. leiht er es ohne dessen Wissen, beisst einen Rapper in den Arm und küsst mit dem Blonden von Bilderbuch. Nice.