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Schandenfibel 2015/#06

Wir fahren nach Bayern mit Artur und Aron und drehen ein EPK*. Bestimmt wird das eh nicht bis zum Release fertig, aber wir machen ja eh immer alles anders, daher passt das schon. Eh. Aron ist Veganer. Natürlich zeigen wir ihm deshalb eine richtige bayerische Metzgerei mit Stehimbiss und allem was dazu gehört. Er ist zum ersten mal in seinem Leben in einer Metzgerei und auch für die Metzgereifachverkäufermilf ist es der erste Veganer den sie in ihrem Leben zu Gesicht bekommt. Sie denkt aber Aron sei Vegetarier, daher gibt sie ihm Nudeln mit einer roten Soße. Ob da Fleischbrühe drin ist will sie uns aber nicht verraten. Aron scheckt’s aber und das ist die Hauptsache.
Wir haben ja ein riesen Image-Problem, da viele Bayern sauer auf uns sind, weil wir „nie wieder Landshut“ singen und diese die Zeile fast wie einen Schlag ins Gesicht war genommen haben. Daher versuchen wir alles wieder glatt zu bügeln indem wir uns in Landshut sehen lassen. Wir fahren in Jakobs blauem Auto durch die Stadt und singen laut „Landshut? Ja bitte!“ zu dem Beat von ‚Stürzende Helden‘. Wir fahren vorne beim Beatschuppen rein, halten bei der Polizei in der Neustadt und fahren dann übers Heilggeiststüberl Richtung Mühleninsel davon. Hach Bayern ist immer einen Urli** wert. Brezn, Fleisch und Bier treiben uns immer wieder zurück. Zurück ins Glück.

*Ein EPK (Electronic Press Kit) ist eine Pressemappe in elektronischer Form – in Abgrenzung zur gedruckten Pressemappe – und kann sich auf einer CD, DVD oder Website befinden. Es richtet sich an Journalisten elektronischer Medien wie Radio, Fernsehen und Internet. Wir machen das sogenannte EPK aber für unsere Fans und für uns selbst für später, wenn wir alt und dumm sind.

**Urlaub

Schandenfibel 2015/#09

Mit 65 minütiger Verspätung kommt ein anderer ICE an und ersetzt unseren, der bis dahin fünf Minuten Verspätung hatte. Die Deutsche Bahn müsste man echt erfinden, wenn es sie nicht schon gäbe. Wie einen Drachen und einen weiteren Drachen. Nur größer und blau. Blau wie Jakobs Auto. Wir steigen dankbar ein. Weil laufen ist keine Option und Jakobs Auto ist fern.
In diesem Auto haben wir auch mal einen Introredakteur mit in unsere Lieblingskneipe „Hexe“ genommen. Er behauptete daraufhin Jakob wäre bei der Fahrt blau gewesen. Was aber nicht stimmt. Jedenfalls hatte dieser mittlerweile Ex-Introredakteur damals die goldene Schallplatte eines bekannten Deutschrappers/Chartrappers dabei und hat diese in der Hexe vergessen. Da stand sie dann auch ne Weile. Wenn man Gold geht und die Intro gutes über einen schrub darf man denen eine Goldene Schallplatte schenken. #funfact

Schandenfibel 2015/#08

Das Leben ist wie grillen. Manchmal verbrennt die Wurst, manchmal nicht. Ob sie dann aber auch noch schmeckt ist eine ganz andere Sache. Diese Worte hat Harald Juhnke nie gesagt, sie hätten ihm aber gut zu Gesicht gestanden. Genau wie der Schampus und die Schnäpse im Ritz und dem Adlon. Da ist er auch immer auf dem Dach gewesen als Astronaut*. Wenn man im Wedding geboren worden ist, wie Harald Juhnke, dann ist man ein richtiger Berliner. Wir sind keine richtigen Berliner. Bei uns heissen Berliner irgendwie immer Krapfen und nicht Pfannkuchen. Ausserdem sind hier Pfannkuchen Eierkuchen und das verwirrt uns. Wir bestellen daher nur noch Dürümdöner mit Kartoffelpotatoes. Zum Glück ist Mäcki überall gleich und Pizza schmeckt eh immer. Hiphop ist wie Pizza.

*jaja, wir wissen schon

Schandenfibel 2015/#07

Wer meint wir wären verloren hat teilweise Recht. Denn wir sind so lost. Das Universum ist big und wir sind klein und small. Wir hustlen aber hart und machen manchmal sogar Dinge auf die wir keinen Bock haben. Doch sowas gehört irgendwie auch zum Job und jeder Job ist meistens ein Job. Manche Interviews zum Beispiel sind wie aufstehen müssen. Früh aufstehen müssen. Spät ins Bett gehen und früh aufstehen müssen müssen. Wir lassen uns dann aber routiniert nichts anmerken und stammeln wie gewohnt herum, benutzen Fremdwörter deren richtige Bedeutung wir nicht kennen und so, richtig epic. Alles für den Fame. Alles für Platz 10. Schlachtrufe BRD.
Als wir am 13.08. Hamburg erreichen ist der Himmel grau. Der Zug fährt weiter nach Lübeck. Wir steigen Dammtor aus. Es fährt auch ein Metronom von Gleis 13b nach Uelzen über Lüneburg. Erlebnis Deutsche Bahn. Es ist 10 Uhr 39. Passt. Der Schaffner kommt, er ist eine Schaffnerin.

Schandenfibel 2015/#05

Phillip ist lustig, denn er ist megaglücklich. Bester Sommer seines Lebens. Das finden wir gut. Moritz ist Jazzer. Er jazzt andauernd irgendwo herum oder mit und spielt in gefühlten 20 Jazzbands und das kommt sogar ziemlich genau hin. Jetzt verstehen auch wir endlich Jazz und wissen nebenbei was Blues ist. Jazz ist unendlich und Blues ist nicht Jazz.
Endlich mucken. Wir mucken so krass im Loch herum, dass wir in uns schwimmen und zum klarkommen Bananen essen. Seit Martin bei Kaisers gesehen hat, dass sein Vorbild „Appi“ dort immer ganz viele Bananen kauft, kaufen auch wir immer ganz viele Bananen. Aber nicht bei Kaisers. Aus politischen Gründen. „Bananen aus Lichtenberg“ wäre ein toller Album Titel gewesen. Lichtenberg liegt in Berlin, da ist unser Bunker. Man sagt dort leben viele Nazis. Das stimmt.

Schandenfibel 2015/#03.0

Seit wir im Februar den Bunker verlassen haben versuchen wir uns gesünder zu ernähren, was heisst, dass wir bei Mäcki jetzt Salat zum Big Tasty essen oder nicht immer nur Pizza. Martin lebt eh gesund, denn er isst gar nichts und verlässt das Hain nur noch selten. Endlich ist Sommer. Da sind wir wie Peter Fox. Weil unser Album ein Post-Sommer Album ist, haben wir keine Lust das es erscheint. Weil Sommer vorbei. Da sich immer noch alles so anfühlt wie es ist müssen wir uns schon wieder verändern um nicht stehen zu bleiben. Gelingt uns, irgendwie.
Europa ist nebenbei ein mieses Stück Scheisse. Das wird man als Europäer ja wohl mal sagen dürfen. Armes Europa.

Schandenfibel 2015/#04

Jakob hat jetzt bei Konzerten auch eine Trommel und will einen neuen, zweiten Bass, denn er braucht jeweils einen mit alten Saiten und einen mit neuen Saiten. Beide schwarz. Zweimal der gleiche. Leider hat er keinen Headless Bass. Weil Headless Bass = bester Bass.
Er und Martin haben auch beide aus Versehen keine Iphones mehr. Bald wird sich das aber ändern, damit bei Instgram auch endlich was geht. Bestimmt holen sie sich Zwillingshandys. Das muss schon sein. Dann gibt es endlich auch wieder noch mehr Verwechslungsmöglichkeiten. Von hinten sehen sie ja eh beide fast gleich aus. Da kann man echt nie Überraschungsnackenschellen verteilen, weil man sich ja nie sicher sein kann ob man den richtigen trifft. Ausser man macht einfach bei beiden, dann geht das.
Es ist ein schöner Sommer, es ist meistens warm, wärmer oder noch wärmer. Manchmal tindern wir uns daher teilweise von Abendbrot zu Abendbrot und treffen sogar alte Bekannte in der Sauna und im Backstage wieder. Irgendwann fahren wir zu Audiolith. Dann wird der Schaffner eine Schaffnerin sein.

Schandenfibel 2015/#03

Die Biber (Musclebeaver) haben wieder ein schönes zu Hause für unser Baby gezimmert. Damit es darin auch schön warm ist, stopfen sie noch Socken und anderen Kram mit rein. Wir wollen unbedingt Top 10 gehen. Müssen das auch. Wer sich zum Affen macht, wird zum Affen. Isso.
Die Stadt ist groß, man hat viel Platz. Wir sind jedenfalls nicht Peter Fox und Casper sind wir auch nicht. Ein bisschen, maybe. Über den Wolken und so (weiter). Erstmal einen hazen. Irgendwo muss ja irgendwo in Berlin auch noch irgendwo ein Eimer irgendwo rumstehen. Distelmeyer Style.
Wir hängen mit unseren Jungs/innen ab und denken uns Konzepte aus, denn wir brauchen eine Story. Musik alleine reicht leider nicht. Ein neues Album ist noch keine Story. Wir überlegen kurz auszuwandern oder uns aufzulösen. Beides ähnlich, beides eine Story. Wir bleiben.
Wir wollen mal wieder noch mehr Solis spielen. Es wird geflucht, weil das jetzt so teuer ist mit unserer 12 köpfigen Medusa (Crew) und den vielen Backlinern alleine für Martins Gitarre und Moritzis Drumset. Phil genügt Noppenfolie. In die wickelt er seine Keyboards ein und wirft sie dann in eine große Kiste. Wird schon. Rojava braucht eine Feuerwehr!

Durch Senden von „Rojava“ an die *81190* werden automatisch 5€ abgebucht. (Nach Abzug der Kosten kommen davon 4,83€ dort an.)

Schandenfibel 2015/#02

Langsam müssen wir üben, üben fürs Southside und Hurricane. Erst holen wir Moritz an die Drums, dann Phillip an die Tasten. Dafür schmeissen wir die Tiere raus. Flame ist traurig. Wir auch. Keiner hat uns so gut getan wie dieser Panda (wait, maybe Luigi). Flamme 2000 we will always adore/love/kiss you. Kiss Kiss. XXOOOO
Doch irgendwie muss es weiter gehen? Zurück ins Loch/Bunker. Proben. Richtig proben, Alter/Oider. Southside/Hurricane. Es schwebt über uns wie Fallbeile. Immer schön geschliffen. Zum Glück spielen wir vorher noch ein paar kleine, vernünftige und gemütliche Shows in Flensburg und Rostock. Das Team ist top, die Euphorie steigt. Erst Rostock, dann Flensburg. Die Idioten haben unsere Banner zusammen geklebt statt sie aus einem Stück herzustellen. Auch das ändert sich nie. Merkt eh keiner. Blah. Wir fahren raus aufs Land zum Nieplitzhof und chillen mit den Alpakas. Die Hälse darf man streicheln, niemals den Kopf! Beste Frisuren. Wir machen Selfies und auch mehrere Videos. Auf dem Rückweg kaufen wir Spargel Klasse 1A Bio Quali. Schmeckt wie Holz, sieht auch aus wie Holz. Nice!

Schandenfibel 2015/#01

Die Produktionszeit verging teilweise äusserst schnell, teilweise aber auch wie im (obacht) Krebsgang. Nach zwei Jahren, zwei Flaschen Schnäps, zwei Kästen Bier und sehr viel Wasser war es dann im Februar 2015 soweit. 700 Hundert Tage in einem Loch das wir früher Orangutang nannten, heute nur noch Bunker nennen und nie wieder Studio. Wir gaben ab. Es hatte alles keinen Sinn ergeben, dann ergab es wieder Sinn, dann wieder nicht. Wir fühlten uns wie Sissyphosse, Song für Song, teilweise aber auch gut. Sehr sehr gut sogar. Martin hatte nach einem Mexiko Urlaub so viele Eindrücke gesammelt, dass er kaum noch klar kam und andauernd ins Hain (Berghain) musste. Jakob war einen Monat in Thailand gewesen und hatte so viel Gammelanstuff gebunkert, dass der Bunker zu klein wurde und er sich erstmal setzen musste. Die Zeit verging wie im Flug, der Flug eines Walfischs mit den Flügeln einer Elster. Wir hatten mal wieder alle Passwörter vergessen. Wie Eremite kämpften wir uns Joey’s Pizza essend zurück ins urbane Leben. Krass bei Mäcki gab es noch immer das selbe Zeug. Gleich mal MC Drive und Bestello machen. Paul war irgendwie auch im Auto und machte Fotos. In Gropiusstadt kletterten wir erst auf ein Hochhaus, dann auf einen Baum. Mega! Jakob fährt gegen einen Betonpfeiler denn er denkt der Gehweg wäre ein MC Drive. Danach ist aber alles gut, bis auf das Auto. Macht nichts, ist ja nur ein Auto. Wäre es aus Gold wäre es ein goldenes Auto. Ist es aber nicht, es ist blau. Das Album ist nach einem Trip benannt. Die Geschichte mit dem Astrologen ist gut, besser. Wir nehmen lieber das mit den Sternen. Trip verkauft sich nicht so gut. Wallah.